Astragale erscheinen über Jahrtausende und in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen. Ähnliche Knochen bedeuten dabei nicht automatisch dieselbe Regel oder denselben Zweck – Form und Fundort allein verraten noch nichts über die tatsächliche Nutzung.
Neolithikum bis frühe Bronzezeit
Anatolien und östlicher Mittelmeerraum
Astragale kommen in Siedlungen und Depots vor. Ob jedes Stück als Spielgerät diente, bleibt offen.
Mittlere Bronzezeit
Ebla und Tel Nagila
Gruppen und Depots zeigen eine bewusste Auswahl der Knochen. Spiel, Ritual und Divination sind mögliche Funktionen.
1550–1458 v. Chr.
Ägyptisches Neues Reich
Drei Stücke aus Theben belegen Astragale als Wurfkörper innerhalb einer Spieleausstattung.
6.–4. Jahrhundert v. Chr.
Griechische Welt
Bildwerke, Gräber, Heiligtümer und Texte zeigen Geschicklichkeitsspiel, Zufall und religiöse Deutung nebeneinander.
4.–2. Jahrhundert v. Chr.
Hellenistische Zeit
Maresha liefert über 600 Stücke; Glas-, Metall- und Steinimitate ergänzen die natürlichen Tierknochen.
1. Jh. v. Chr.–2. Jh. n. Chr.
Römische Welt
Literarische Quellen nennen tali
, den Venuswurf und den Hundewurf – aber keine einheitliche Regel.